Was verdient ein pferdegestützter Coach? Honorare, Möglichkeiten und konkrete Beispiele
Was verdient ein pferdegestützter Coach? Honorarbeispiele, eine Beispielrechnung für Einzelcoachings, Seminare und Retreats, typische Kosten und wie du ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot aufbaust.
Du möchtest mit Pferden und Menschen arbeiten. Eine Aufgabe finden, die zu dir passt und bei der du deine Fähigkeiten sinnvoll einsetzen kannst. Gleichzeitig soll diese Arbeit auch finanziell etwas zu deinem Leben beitragen.
Deshalb ist die Frage berechtigt: Was verdient ein pferdegestützter Coach?
Als selbstständiger pferdegestützter Coach bekommst du kein festgelegtes Monatsgehalt. Dein Einkommen entsteht aus den Angeboten, die du verkaufst, den tatsächlich gebuchten Terminen und dem, was nach Abzug deiner Kosten übrig bleibt.
Einzelcoachings, Seminare und Firmenangebote eröffnen dabei unterschiedliche Möglichkeiten. Um sie realistisch einzuschätzen, lohnt sich ein genauer Blick auf Honorare, Auslastung und Aufwand.
Welche Honorare sind im pferdegestützten Coaching möglich?
Öffentlich angebotene Einzelcoachings zeigen eine deutliche Preisspanne: Es gibt beispielsweise Angebote für 100 Euro pro 60 Minuten, für 150 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Stunde und für 270 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Stunde. Das sind einzelne Preisbeispiele, keine repräsentative Übersicht und kein durchschnittlicher Verdienst.
Beim Vergleich solltest du deshalb genau hinschauen: Wie lange dauert das Coaching? Sind Vor- und Nachgespräche enthalten? Richtet sich das Angebot an Privatpersonen oder Unternehmen? Wird der Preis mit oder ohne Umsatzsteuer angegeben?
Dein eigenes Honorar hängt unter anderem davon ab:
- welche fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen du mitbringst;
- welche Zielgruppe du ansprichst;
- wie umfangreich dein Angebot ist;
- welchen konkreten Nutzen deine Klienten darin erkennen;
- welche Kosten du decken musst;
- welche Preise deine Zielgruppe tatsächlich bezahlen möchte und kann.
Ein angemessener Preis braucht eine nachvollziehbare Leistung und eine durchdachte Kalkulation.
Du musst dich als Einsteiger nicht grundsätzlich unter Wert verkaufen. Gleichzeitig entsteht ein tragfähiges Angebot durch mehr als den Mut, eine hohe Zahl auf deine Website zu schreiben.
Was verdient ein pferdegestützter Coach im Monat? Eine Beispielrechnung
Nehmen wir an, du berechnest für ein Einzelcoaching ein Nettohonorar von 150 Euro. Dann ergeben sich bei unterschiedlicher Buchungszahl folgende Monatsumsätze:
| Bezahlte Einzelcoachings im Monat | Nettohonorar pro Termin | Monatsumsatz vor Kosten |
|---|---|---|
| 6 | 150 € | 900 € |
| 12 | 150 € | 1.800 € |
| 16 | 150 € | 2.400 € |
| 24 | 150 € | 3.600 € |
Alle folgenden Rechenbeispiele sind fiktiv und verwenden Beträge ohne Umsatzsteuer. Sie veranschaulichen die Kalkulation und sind keine Einkommensprognose.
Die Tabelle zeigt, wie sich regelmäßige Buchungen auf deinen Umsatz auswirken können. Sie beantwortet aber noch nicht, wie viel Geld dir persönlich zur Verfügung steht.
Wenn du beispielsweise 2.400 Euro Monatsumsatz erzielst und dafür insgesamt 800 Euro betriebliche Kosten anfallen, bleiben rechnerisch 1.600 Euro Gewinn vor persönlichen Steuern und weiteren privaten Verpflichtungen.
Aus diesem Betrag musst du unter anderem deine persönliche Absicherung, Vorsorge und deinen Lebensunterhalt finanzieren.
150 Euro Honorar für einen Termin bedeuten deshalb nicht, dass du für jede Stunde deiner Arbeitszeit 150 Euro verdienst.
Zu deiner Arbeit gehören auch Vorbereitung, Nachbereitung, Kundengewinnung, Organisation und die Versorgung der Pferde.
Welche Möglichkeiten bieten Seminare, Gruppen und Retreats?
Du kannst dein Angebot neben Einzelcoachings um weitere Formate ergänzen. Dazu gehören beispielsweise:
- Workshops zu Selbstvertrauen, Grenzen oder beruflicher Neuorientierung;
- mehrtägige Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung;
- Teamcoachings und Führungskräftetrainings, etwa als Teambildung mit Pferden;
- Retreats mit Coaching, Naturerfahrungen und Zeit zur Reflexion.
Bei Gruppenangeboten zahlen mehrere Teilnehmer für ein gemeinsames Format. Dadurch können höhere Gesamtumsätze entstehen.
Ein Rechenbeispiel: Acht Teilnehmer buchen ein Seminar für jeweils 650 Euro netto. Daraus ergeben sich 5.200 Euro Seminarumsatz.
Bei einem umfangreicheren, mehrtägigen Angebot mit einem angenommenen Preis von 2.000 Euro netto pro Teilnehmer wären es bei acht Buchungen 16.000 Euro Umsatz.
Diese Rechnung sagt zunächst nur, was bei den angenommenen Preisen und einer vollständig gebuchten Gruppe zusammenkommt. Ob ein solches Angebot zu diesem Preis gefragt ist, musst du mit deiner Zielgruppe prüfen.
Auch der Aufwand unterscheidet sich erheblich. Ein Retreat mit Unterkunft, Verpflegung, zusätzlichen Fachkräften und intensiver Betreuung verursacht andere Kosten als ein Workshop am eigenen Standort.
Entscheidend ist deshalb: Wie viele Teilnehmer kannst du fachlich gut begleiten? Welche Kosten entstehen? Und wie viele Buchungen brauchst du, damit sich das Angebot trägt?
Welche Kosten hat ein pferdegestützter Coach?
Für deine Kalkulation zählen sämtliche Kosten, die mit deiner Arbeit verbunden sind. Dazu können gehören:
| Kostenbereich | Beispiele |
|---|---|
| Pferde und Haltung | Anteilige Kosten für Unterbringung, Futter, Hufpflege, Tierarzt oder die Nutzung fremder Pferde |
| Räume und Gelände | Platz-, Hallen- oder Seminarraummiete |
| Betriebliche Absicherung | Versicherungen für deine Tätigkeit und den Einsatz der Pferde |
| Kundengewinnung | Website, Werbeanzeigen, Gestaltung und Buchungssysteme |
| Organisation | Buchhaltung, Software, Telefon und Arbeitsmaterialien |
| Fachliche Entwicklung | Weiterbildung, Supervision und fachlicher Austausch |
| Veranstaltungen | Fahrtkosten, Verpflegung, Unterkunft und zusätzliche Fachkräfte |
Ein vorhandenes eigenes Pferd kann deinen Einstieg erleichtern. Trotzdem solltest du die betriebliche Nutzung und die damit verbundenen Kosten berücksichtigen.
Kläre außerdem, ob die Nutzung des Stalls und der Pferde für deine Angebote vereinbart ist und dein Versicherungsschutz dazu passt.
Plane bei deinen Preisen auch Zeit ein, die du nicht direkt abrechnen kannst, sowie Rücklagen für ruhigere Monate und Ausfälle. Diese Punkte gehören zu einer tragfähigen Honorarkalkulation.
Warum deine Zielgruppe deinen Verdienst beeinflusst
Ein Privatkunde mit dem Wunsch nach beruflicher Klarheit braucht ein anderes Angebot als ein Unternehmen, das sein Führungsteam entwickeln möchte.
Für Privatkunden können Einzeltermine, eine Begleitung über mehrere Termine oder thematisch passende Gruppenangebote sinnvoll sein. Verständlich sollte immer sein, für welches Anliegen dein Angebot gedacht ist und wie die Begleitung aussieht.
Bei Firmenaufträgen können zusätzlich Vorgespräche, eine individuelle Konzeption, Abstimmungen mit mehreren Ansprechpartnern und eine Auswertung dazugehören. Das gesamte Projekt muss in die Kalkulation einfließen.
Ein höheres Auftragsvolumen kann mit deutlich mehr Vorbereitungszeit und organisatorischem Aufwand verbunden sein.
Wähle deine Zielgruppe deshalb auch danach aus, welche Themen du fachlich gut begleiten kannst und mit welchen Menschen du arbeiten möchtest. Ein Unternehmen als Kunde ist nicht automatisch die bessere Wahl.
Was du selbst für ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot tun kannst
Fachliche Kompetenz bildet die Grundlage deiner Arbeit. Damit daraus regelmäßige Buchungen entstehen, müssen die passenden Menschen dein Angebot außerdem finden, verstehen und als hilfreich einschätzen können.
Dafür sind mehrere Schritte wichtig:
1. Beschreibe, wem du bei welchem Anliegen hilfst
„Coaching mit Pferden für alle“ lässt viele Fragen offen.
Ein klar beschriebenes Angebot hilft Interessenten zu erkennen, ob sie mit ihrem Thema bei dir richtig sind. Das kann beispielsweise berufliche Neuorientierung, Selbstführung oder die Zusammenarbeit in einem Team sein. Wie persönlich solche Themen werden können, zeigt der Ratgeber Coaching mit Pferden: Beim Pferd bist du klar – und in deiner Beziehung?
2. Entwickle ein passendes Format
Überlege, welcher Umfang zum Anliegen passt. Ist ein einzelner Termin sinnvoll? Braucht es mehrere Begegnungen? Oder bietet eine Gruppe einen geeigneten Rahmen?
Der Aufbau sollte fachlich begründet sein und sich nachvollziehbar erklären lassen.
3. Mache deine Arbeit verständlich
Menschen buchen leichter, wenn sie wissen, was sie erwartet. Erkläre den Ablauf, deine Arbeitsweise und den möglichen Nutzen. Benenne dabei auch die Grenzen deines Angebots.
4. Plane Kundengewinnung als festen Teil deiner Arbeit ein
Eine Website allein sorgt nicht automatisch für Anfragen. Du brauchst Wege, über die deine Zielgruppe auf dich aufmerksam wird und Vertrauen aufbauen kann.
Dazu können persönliche Kontakte, Kooperationen, Empfehlungen, hilfreiche Inhalte und gezielte Werbung gehören. Wenn dir das schwerfällt, weil du eher zurückhaltend bist, hilft der Ratgeber Als introvertierter Coach sichtbar werden.
5. Prüfe regelmäßig deine Zahlen
Welche Angebote werden gebucht? Was kosten dich die Durchführung und die Kundengewinnung? Wie viel Zeit setzt du tatsächlich ein? Was bleibt übrig?
Mit diesen Antworten kannst du dein Angebot gezielt weiterentwickeln.
Kannst du vom pferdegestützten Coaching leben?
Pferdegestütztes Coaching kann zu einer hauptberuflichen Tätigkeit werden. Ob es deinen Lebensunterhalt trägt, hängt von deiner persönlichen Situation, deinen Kosten und dauerhaft ausreichenden Buchungen ab.
Ein einzelnes gut gebuchtes Seminar ist ein erfreulicher Erfolg. Für den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit brauchst du zusätzlich einen Blick auf mehrere Monate, unterschiedliche Auslastungen und deine finanziellen Reserven.
Ein nebenberuflicher Einstieg kann dir dafür Spielraum geben. Du entwickelst erste Angebote, gewinnst Klienten und sammelst Erfahrungen, während dein bisheriges Einkommen zunächst bestehen bleibt. Eine Ausbildung, die du online neben dem Beruf beginnen kannst, erleichtert diesen Weg.
Dabei lernst du auch, welche Arbeitsweise zu dir passt: einzelne Coaching-Termine, feste Seminartage oder eine Kombination verschiedener Formate.
Warum in eine Ausbildung zum pferdegestützten Coach auch unternehmerisches Wissen gehört
Wenn du später mit pferdegestütztem Coaching Geld verdienen möchtest, brauchst du neben Coaching-Kompetenz auch Kenntnisse darüber, wie du ein Angebot entwickelst und Kunden erreichst. Worauf du bei der Wahl achten solltest, liest du in Pferdegestützte Coaching Ausbildung wählen: 7 Kriterien.
Deshalb gehören in meiner MindMirror®-Coach-Ausbildung auch Positionierung, Preisgestaltung, Angebotsentwicklung und Kundengewinnung zu den Inhalten.
Du beschäftigst dich damit, welche Menschen du begleiten möchtest, wie du den Nutzen deiner Arbeit verständlich vermittelst und wie du dein Angebot wirtschaftlich durchdenkst.
Dazu kommen die MindMirror® Learning Suite, die eigene Ausbildungs-KI MIRA, regelmäßige Live-Calls, drei Praxistage mit Pferden, persönliche Rückmeldung, Community, Arbeitsbuch und Zertifikat.
So kannst du fachliche und unternehmerische Fragen von Anfang an miteinander verbinden.
Fazit: Welche berufliche Perspektive möchtest du dir aufbauen?
Vielleicht möchtest du zunächst einige Klienten im Monat begleiten. Vielleicht wünschst du dir eigene Seminare oder langfristig eine vollständige Selbstständigkeit.
Dein Ziel bestimmt, welches Angebot, welche Kapazitäten und welche Einnahmen du dafür brauchst.
Beginne mit drei konkreten Fragen: Wen möchte ich begleiten? Welches Angebot passt dazu? Und wie viele Buchungen brauche ich, damit nach allen Kosten genug übrig bleibt?
So bekommt dein Wunsch, mit Menschen und Pferden zu arbeiten, eine wirtschaftlich durchdachte Grundlage.
Du möchtest wissen, ob die Ausbildung zu deinem Ziel passt? Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.