Was tun bei Antriebslosigkeit? 5 Tipps für neue Energie

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Du kennst es vielleicht: Alles prasselt auf dich ein. Jeder will etwas von dir und du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst. Selbst wenn du wüsstest, wo du anfangen sollst – irgendwie hast du gar keine Lust anzufangen. Alles ist dir zu viel und nichts kann dich motivieren. Am liebsten würdest du dir die Bettdecke über den Kopf ziehen und weißt eigentlich gar nicht warum. Du hast keinen blassen Schimmer, weshalb es dich gerade so dermaßen aus der Bahn haut, und das fühlt sich noch schlimmer an als das Gefühl der Antriebslosigkeit.

Als würde es nicht reichen, keinen Antrieb mehr zu haben, macht sich nun auch noch das schlechte Gewissen bemerkbar. „Ich müsste nun eigentlich…“, „Was denken die anderen?“, „Bin ich faul?“ Diese inneren Dialoge bringen dich nicht in Schwung, sondern bremsen dich noch mehr aus. Denke also bitte nicht daran, deine oder die Erwartungen anderer erfüllen zu wollen. Das funktioniert zurzeit leider nicht und je früher du das akzeptierst, desto schneller befreist du dich aus der Antriebslosigkeit.

Die Ursachen für das Gefühl der Antriebslosigkeit sind vielfältig. Entweder haben sie einen gesundheitlichen oder einen psychischen Ursprung. Ich möchte hier heute vermehrt auf die Psyche eingehen, weil meine Erfahrung mir immer wieder zeigt, wie wichtig unsere mentale Gesundheit für unser Handeln ist.

In diesem Beitrag geht es mir nicht darum, dir nur zu sagen, dass gute Ernährung und Bewegung an der frischen Luft dir helfen könnten. Beides kann dich unterstützen, aber solange du der Ursache nicht auf den Grund gehst, kannst du dich noch so gesund ernähren oder dich sogar zum Ironman anmelden – an deiner Antriebslosigkeit wird sich in den wichtigen Momenten deines Lebens wenig ändern. Was sind jedoch die wichtigen Momente? Die Momente, in denen du etwas bewegen und bewirken könntest, jedoch innerlich davon abgehalten wirst oder dich selbst abhältst.

 

Symptome: Wie macht sich Antriebslosigkeit bemerkbar?

Keine Lust auf gar nichts zu haben – dieses Gefühl kennen wir sicher alle, aber handelt es sich dabei direkt um Antriebslosigkeit? Nein, von Antriebslosigkeit spricht man erst dann, wenn man sich über einen längeren Zeitraum antriebslos fühlt. Wenn du also über Wochen oder sogar Monate nicht ins Handeln kommst, solltest du mal genauer hinter deine inneren Kulissen schauen.

Antriebslosigkeit kann, je nach Auslöser, von heute auf morgen beginnen. Ich kann es nicht oft genug erwähnen: Wir können weder bei den Symptomen noch bei den Ursachen oder Lösungen verallgemeinern. Mir als Mental-Coach ist es sehr wichtig, dass du ganz ehrlich mit dir selbst bist und herausfindest, was deinen Antrieb lähmt.

Typische Symptome der Antriebslosigkeit sind z. B.:
 

  • Du findest nichts mehr, was dich antreibt

    Dein bisheriger Antrieb, also dein Why, kann dich nicht mehr motivieren. Du weißt zwar, was zu tun wäre und du weißt auch, wofür es sich lohnen würde, aber du hast einfach keine Lust drauf.

    Dich kann nichts mehr so recht begeistern. Das, was dir sonst echt Spaß gemacht hat, verliert immer mehr an Bedeutung und du weißt nicht warum. An der Sache an sich hat sich nichts verändert, aber trotzdem fühlt es sich schwerer an als je zuvor. Du versuchst neue Motivationen zu finden, aber du findest keine.

    Stell dir vor, du hättest dich vor deinem Leben entschieden, als du auf der Erde zu sein. Stell dir doch mal die Frage: Warum habe ich mich entschieden, zu genau dieser Zeit und in genau diesem Körper auf der Erde zu sein? Was würde ich in diesem Leben lernen und erleben wollen? Welche Erfahrungen würden mich am weitesten voranbringen? Welche Herausforderungen bräuchte ich, um zu wachsen?

    Suche weniger nach Antworten zu deiner Antriebslosigkeit, sondern stelle dir neue Fragen, aus denen dann vielleicht ganz andere Antworten entstehen, als die, die du bisher erwartet hast.
     

  • Du fühlst dich gefangen in einer Abwärtsspirale

    Du lenkst dich vom Wesentlichen ab. Du richtest deine Wohnung neu ein, gehst shoppen oder findest 1000 Ausreden, um nicht das zu tun, was gerade wirklich für dich wichtig ist. Trotzdem kannst du das Gefühl der Abwärtsspirale nicht aufhalten. Du hast einfach keinen Antrieb, um das zu tun, was gerade wichtig ist. Deine Gedanken werden immer passiver und die äußeren Umstände machen es dir zurzeit auch nicht leichter. Dein Gedankenkarussell dreht sich immer schneller, dreht sich jedoch in der falschen Richtung. Dein Essverhalten verändert sich. Entweder isst du mehr, weniger oder ungesünder.

    Auch in der Partnerschaft kriselt es so langsam, weil du noch zwischen Netflix und Amazon Prime Video hin und her zappst.
     

  • Du bist ständig müde

    Du würdest dich am liebsten den ganzen Tag auf’s Sofa legen und Netflix schauen oder Musik hören. Unter uns gesagt, tust du das auch und hoffst, dass deine Power dadurch zurückkommt, indem du einfach mal nichts tust. Aber damit ist es leider oftmals nicht getan, weil du dir die Ursache deiner Antriebslosigkeit nicht bewusst bist. Außerdem kannst du diese Pausen des Nichtstuns gar nicht genießen oder zur inneren Heilung anwenden, weil du dich dagegen wehrst. Während du auf dem Sofa liegst, schreit dein schlechtes Gewissen so laut, dass dein Gehirn permanent in Denkbewegung ist. Du wirst unzufrieden und wütend, weil du nicht funktionierst, und all das raubt dir noch mehr Energie.

    Dann gibt es tatsächlich kurze Momente, in denen du dich voller Kraft fühlst, Pläne schmiedest und dann kurz vor der Umsetzung wirst du wieder müde, schweifst mit deinen Gedanken ab und schiebst alles auf morgen.
     

  • Du vermeidest es, neue Aufgaben anzugehen

    Während du immer noch die Hoffnung hast, dass sich diese innere Starre irgendwann in Luft auflösen wird, wirst du immer unzufriedener. Abends gehst du voller Pläne für den nächsten Tag ins Bett und morgens nach dem ersten Kaffee oder Tee löst sich deine Energie wieder in Luft aus. Du könntest ausflippen, weil das alles so gar nicht du bist und doch bist du es zurzeit. Du kannst es niemandem erklären, weil du es ja selbst nicht verstehst und zwingst dich dazu, zu funktionieren.

    Aber genau das funktioniert ja leider nicht mehr, deshalb ist es wichtig, dass du herausfindest, weshalb du dich so antriebslos fühlst.

 

Welche Ursachen kann Antriebslosigkeit haben?

Grundsätzlich empfiehlt sich immer, sich einmal gesundheitlich durchchecken zu lassen. Liegt es evtl. an der Schilddrüse, am niedrigen Blutdruck, fehlen dir wichtige Vitamine und Mineralien oder trinkst du zu wenig? Wenn aus gesundheitlicher Sicht keine Einschränkungen gibt, checke bitte deine mentale Gesundheit. Auch hier empfehle ich dir, dir einen Experten in Form eines Coaches zur Seite zu holen. Wenn du deine Schilddrüsenwerte untersuchen lassen willst, gehst du ja auch nicht zur Nachbarin, sondern zum Arzt. Viele unterschätzen jedoch die mentale Gesundheit oder denken, ein Gespräch mit der besten Freundin würde reichen. Manchmal reicht es auch schon, mit jemandem über Probleme zu sprechen, aber oftmals eben auch nicht und deshalb empfehle ich dir als Mental-Coach und auch aus eigener Erfahrung: Suche dir jemanden, der dich kompetent unterstützt und dir somit aus deiner Antriebslosigkeit heraushilft!

 

Psychische Ursachen: Stressiger Alltag und die Corona-Krise

Durch die Corona-Krise mit all ihren Veränderungen und Auswirkungen geraten viele Menschen an ihre Belastungsgrenze. Mangelnde oder unsichere Perspektiven lösen bei vielen Menschen psychische Probleme aus, deren Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist. Eines der Symptome ist die Antriebslosigkeit. Der Mensch kann grundsätzlich ganz gut mit Stress umgehen, wenn er nicht zu einer dauerhaften Belastung wird. Langeweile hingegen kann so viel Stress auslösen, dass uns irgendwann die Kreativität oder Muße fehlt, etwas Neues zu beginnen. Gerade in den ersten Monaten der Corona-Krise wussten viele Menschen nichts mit sich anzufangen und durch die fehlende Planbarkeit fehlt auch heute noch vielen Menschen der Antrieb, etwas umzusetzen.

An dieser Stelle schon mal ein Tipp: Du musst nicht im Sekundentakt alle Infos im Detail zu Corona wissen. Die meisten Infos lösen Angst aus und wir alle wissen, dass wir uns energetisch in einem gestärkten Zustand befinden sollten, um Angst zu bewältigen. Bist du jedoch eh schon nicht in deiner Höchstform, solltest du dich lieber mit positiven Informationen eindecken, statt deine Unsicherheit zu nähren.

Du steckst in einem Gefühlschaos

Die eben schon erwähnte Corona-Krise bringt sehr viele Veränderungen mit sich. Für manche beruflich, für manche privat und für viele sogar beides gleichzeitig, so dass ein Gefühlschaos vorprogrammiert ist. Je mehr wir uns in unseren Emotionen verheddert haben, desto schwieriger wird es, rauszukommen. Das ist wie ein Autobahnstau: Irgendwann geht einfach nichts mehr voran. Wir haben das Gefühl, auf der Stelle zu stehen und egal in welche Richtung wir schauen, es geht einfach nichts mehr. Denke auch hier wieder an den Stau: Erst wenn sich das erste Auto in Bewegung setzt, haben die anderen Autos die Möglichkeit, loszufahren. Genauso verhält es sich mit deiner Antriebslosigkeit: Erwarte nicht, dass sich dein innerer Stau von jetzt auf gleich in Luft auflöst. Kümmere dich um das erste Auto, also um das erste Gefühl, das sich auflösen darf, und dann um die nächsten, so dass sich dein inneres Chaos nach und nach auflöst.

Allein wird es vielleicht schwer, deshalb hole dir Hilfe! Es ist immer wichtig und hilfreich, wenn jemand von außen den neutralen Draufblick hat, um dich aus dem Gefühlschaos rauszuholen.

 

Meine 5 Tipps, die bei Antriebslosigkeit helfen

Ganz wichtig: Sage dir nicht permanent, dass du dich antriebslos fühlst. Diese Energie, die dann entsteht, wird dich nicht aufrichten, sondern dich noch tiefer ziehen. Gleichzeitig horche mal genau in dich hinein: Was braucht dein Körper gerade? Was wünschst du dir in Zukunft? Was willst du auf keinen Fall mehr?

Nutze diese Zeit, um an deiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. Du hast diese Antriebslosigkeit nicht einfach so. Vielleicht ist es endlich Zeit, etwas Grundlegendes im Leben zu verändern. Kämpfst du jedoch dagegen an, kämpfst du gegen dich und dein Leben an. Akzeptiere diese momentane Zeit, in der du nicht voller Power bist und nimm an, was sie dir zeigen will. Verabschiede dich von deinem schlechten Gewissen, nicht genug leisten zu können und nimm wahr, was sich gerade aus dieser Antriebslosigkeit entwickeln kann, wenn du es zulässt.
 

  • Tipp 1: Erstelle dir konkrete To-Do-Listen

    Das Wort To-do-Liste ist einer der größten Abtörner, wie ich finde und trotzdem empfehle ich sie dir. Warum? Weil sie dir Struktur gibt und weil wir manchmal in einen Abarbeitungsmodus gehen müssen, um wieder in Fahrt zu kommen. Wichtig ist dabei jedoch, dass du deine To-do-Liste nicht zu sehr füllst. Das ist wie beim Hausputz: An einem Vormittag alle 17 Fenster putzen zu wollen, danach alle Regale zu entstauben und im Nachgang noch den Keller entrümpeln zu wollen, ist sicher machbar, aber kaum ohne Superwoman-Anzug. Schreibe dir täglich eine Sache auf, die du erledigen willst. Vielleicht sogar zwei – eine, die dir leicht von der Hand geht und eine, die du am liebsten verschieben würdest. Glaube mir, sobald du die nervende Sache getan hast, wird sich deine Antriebslosigkeit verringern!
     

  • Tipp 2: Akzeptiere was gerade ist

    Ich habe es gerade schon kurz erwähnt: Kämpfe nicht gegen das, was du gerade nicht ändern kannst! Mit welcher Waffe denn auch, wenn du gar nicht weißt, wogegen du ankämpfst? Frage dich also weniger, warum es dir so geht, sondern akzeptiere diesen lahmen Zustand mal kurz und nutze ihn auch aus. Wenn du Filme anschauen willst, dann tu das bewusst. Mache es dir gemütlich, hole dir die Chips ins Bett und dann starte den Serien-Marathon. Wenn schon abhängen, dann mit Stil! Mach das vier Tage am Stück und ich bin mir sicher, dass du froh bist, endlich wieder etwas Sinnvolleres tun zu können.

    Und falls du nur am Schreibtisch sitzt und in die Ferne starrst, dann tu das doch. Gestatte es dir oder surfe im Internet rum. Mach halt das, was gerade machbar ist. Achte nur darauf, dass sich dieser Zustand nicht zu lange hinzieht, weil wir Menschen uns sehr schnell an etwas gewöhnen und da dann wieder rauszukommen, wird von Tag zu Tag schwerer.
     

  • Tipp 3: Plane Spaziergänge & Zeit für andere Aktivitäten im Freien ein

    Der Tipp rauszugehen, wenn man keine Lust auf gar nichts hat, ist sicher schwer umsetzbar, aber er hilft tatsächlich. Wir Menschen brauchen die Natur, um zu heilen. Egal wie schlecht das Wetter ist, schon fünf Minuten an der frischen Luft, werden dich in eine andere Energie bringen. Du darfst im Vorfeld nur nicht darüber nachdenken, dass es jetzt gleich kalt und windig wird, sondern dir einfach warme Sachen anziehen und rausgehen. Das empfehle ich dir vor jeder Aktivität, auf die du eigentlich keine Lust hast: Denke nicht darüber nach, sondern mache es einfach! Der Drüber-Nachdenk-Modus ist der gefährlichste Zeitpunkt, weil wir hier 1000 Gründe finden, etwas nicht zu tun.

    Deshalb: Gehirn aus und Bewegungsapparat an!
     

  • Tipp 4: Telefoniere mit Menschen, die dir guttun

    Wen auch immer du anrufst, du solltest dich im Vorfeld schon drauf freuen. An einem antriebslosen Tag mit jemandem zu telefonieren, der dir Energie raubt, ist nachweislich keine gute Idee. Rufe deine beste Freundin oder einen guten Freund an und redet über Gott und die Welt. Manchmal tut es schon gut, wenn einem einfach jemand zuhört. Wir müssen nicht immer verstanden werden, aber zumindest brauchen wir das Gefühl, gehört zu werden.
     

  • Tipp 5: Ernähre dich möglichst ausgewogen

    Kochen ist für viele Menschen an sich schon eine Herausforderung, an antriebslosen Tagen bleibt die Küche jedoch bei den meisten kalt. Das Ding ist nur: Je mieser du dich in dieser Zeit ernährst, desto schlechter wirst du dich fühlen. Mal von schlechter Haut und Gewichtszunahme abgesehen, wird sich eine schlechte Ernährung auch auf deinen Selbstwert auswirken. Wenn wir uns nur eine Fertigpackung in die Mikrowelle stellen oder uns von Chips und Schokolade ernähren, mag das vielleicht schmecken, aber gleichzeitig geben wir uns dadurch zu erkennen, dass wir es nicht wert sind, für uns alleine lecker zu kochen. Deshalb mein Tipp: Gehe heute noch einkaufen und kaufe dir etwas ganz Besonderes. Leckeres Obst, Gemüse oder einen außergewöhnlichen Käse – kaufe irgendetwas, dass sonst nicht zum alltäglichen Einkauf gehört. Dann bereite es dir zu und genieße es, weil du es dir wert bist!

 

Fazit:

Antriebslosigkeit ist ein schweres Wort, das schon beim Lesen Energie raubt. Deshalb beschäftige dich ab sofort lieber damit, wie du in deine Kraft kommst. Frage dich weniger, was dir Energie raubt, sondern finde heraus, was dir Energie schenkt.

Lass dich von Freunden mitziehen, wenn es dir schwerfällt, allein etwas in Gang zu bringen. Solltest du dich länger als zwei Wochen antriebslos fühlen und noch immer nicht wissen, was dich ausbremst, hole dir bitte unbedingt fachmännische Hilfe! Du musst nicht allein durch dieses Tal. Suche dir einen erfahrenen Bergführer, mit dem du neue Berge erklimmst und freue dich beim Aufstieg schon auf die Aussicht!

Büro: Franziska Müller /
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